Gefrierspanntechnik im Vergleich zu anderen Spannarten
| Spannart | Werkstückmaterialien | Werkstückverformung | Spannzeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Gefrierspanntechnik | alle Materialien (auch Glas, Keramik, CFK) | keine — kraftfreie Spannung | 10–30 s anfrieren / 5–15 s lösen | Dünnbleche, filigrane Bauteile, Medizintechnik, Optik |
| Magnetspanntechnik | nur ferromagnetisch (Stahl, Guss) | minimal | <1 s schalten | Schleifen, Fräsen, Erodieren von Stahl |
| Vakuumspanntechnik | dichte Materialien (Alu, Kunststoff) | keine | <5 s ein/aus | flache Werkstücke aus Alu, Kunststoff, Composites |
| Mechanisch (Schraubstock) | alle Materialien (formstabil) | möglich bei dünnen Teilen | 10–30 s | Standardwerkstücke, schwere Schnittkräfte |
Häufige Fragen zur Gefrierspanntechnik
Was ist Gefrierspanntechnik?
Gefrierspanntechnik (Vereisungsspannen) hält Werkstücke durch eine dünne Eisschicht zwischen Werkstück und Spannplatte. Die Spannplatte wird auf ca. −10 °C bis −20 °C heruntergekühlt, eine Wasserschicht zwischen Werkstück und Platte gefriert in Sekunden und bildet eine kraftschlüssige Haftverbindung — ohne mechanische Klemmkräfte und damit ohne Werkstückverformung.
Welche Werkstücke eignen sich für Gefrierspanntechnik?
Empfindliche, dünne, schwer spannbare Werkstücke aller Materialien: dünne Bleche (Stahl, Aluminium, Kupfer, Titan), Kunststoffteile, Composites, Keramik, Glas, sehr kleine Bauteile und Filigranbauteile. Auch nicht-magnetische und porös/poröse Materialien sind kein Hindernis — der einzige Anspruch: eine ausreichend ebene, benetzbare Oberfläche.
Welche Haltekraft erreicht Gefrierspanntechnik?
Die Haftkraft liegt typisch bei 30–80 N/cm² — vergleichbar mit Magnetspannung und deutlich höher als Vakuum. Bei einer Spannfläche von 200 × 100 mm entspricht das einer Gesamtspannkraft von 6–16 kN. Ausreichend für Fräsen, Schleifen, Bohren und Erodieren mit moderaten bis kräftigen Schnittkräften.
Wie schnell ist der Werkstückwechsel?
Anfrieren: 10–30 Sekunden bei aktiv gekühlter Spannplatte. Lösen: durch kurzes Erwärmen der Platte (Heizfunktion) in 5–15 Sekunden. Damit ist Gefrierspanntechnik wettbewerbsfähig zu Magnet- und Vakuumspannung, mit dem Bonus extrem schonender Werkstückaufnahme.
Wird das Werkstück durch das Vereisen beschädigt?
Nein. Die niedrige Temperatur von −10 °C bis −20 °C ist für alle technischen Werkstoffe unkritisch. Nach dem Lösen ist das Werkstück trocken, unverformt und ohne Spannspuren — ideal für die Endbearbeitung und für die Bearbeitung filigraner Bauteile, die durch mechanisches Spannen verbogen würden.
Für welche Anwendungen ist Gefrierspanntechnik besonders geeignet?
Klassische Anwendungen: Dünnblech-Fräsen und -Schleifen, Bearbeitung filigraner Aluminium- und Kupferteile, Composites-/CFK-Bearbeitung, Bearbeitung von Glas und Keramik, Filigran-Werkzeugbau, Elektronik-Gehäuse, Medizintechnik-Bauteile und Optik-Komponenten.
Lässt sich Gefrierspanntechnik mit Nullpunktspannsystemen kombinieren?
Ja. SPREITZER-Gefrierspannplatten haben ein Standard-Bohrbild zur Aufnahme auf Nullpunktspannsystemen. Das ermöglicht reproduzierbare Werkstückpositionierung in der Serienfertigung mit Palettenwechsel — kombiniert mit der schonenden Werkstückaufnahme der Gefriertechnik.