Welcher Magnettyp für welche Anwendung?
| Magnettyp | Haltekraft | Stromverbrauch | Wärmeentwicklung | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Permanentmagnet | bis 80 N/cm² | kein Strom | keine | Schleifen, Werkstattbetrieb, einfaches Fixieren |
| Elektromagnet | bis 120 N/cm² | kontinuierlich | merkbar | Flachschleifen mit Kühlung, große Werkstücke |
| Elektropermanent | bis 200 N/cm² | nur Schaltimpuls | praktisch keine | 5-Achs-Fräsen, Hochpräzision, ausfallsicher |
| Rundmagnet / Lasthebemagnet | individuell | je nach Bauart | je nach Bauart | Drehmaschinen, Werkstückhandling, Transport |
Häufige Fragen zur Magnetspanntechnik
Was ist Magnetspanntechnik?
Magnetspanntechnik nutzt Permanentmagnete, Elektromagnete oder elektropermanente Magnete, um ferromagnetische Werkstücke (Stahl, Guss) auf einer Spannplatte zu fixieren — ohne Backen, Pratzen oder Verformung. Vorteil: Werkstück liegt vollflächig auf, ist von allen 5 Seiten zugänglich, und der Wechsel erfolgt in Sekunden.
Welche Werkstücke kann ich magnetisch spannen?
Ferromagnetische Werkstoffe: Stahl, Stahlguss, Grauguss, ferritischer Edelstahl. Mindestdicke je nach Magnetstärke ab ca. 4–8 mm. Nicht spannbar sind Aluminium, Kupfer, Messing, austenitische Edelstähle und Kunststoffe — hierfür sind Vakuum- oder mechanische Spanntechnik die richtige Wahl.
Worin unterscheiden sich Permanent-, Elektro- und Elektropermanent-Magnete?
Permanentmagnete sind immer aktiv und brauchen keinen Strom — aber das Werkstück muss manuell abgeschoben werden. Elektromagnete schalten per Strom ein/aus, brauchen kontinuierliche Stromzufuhr und erzeugen Wärme. Elektropermanente Magnete kombinieren beides: Sie schalten per kurzem Stromimpuls und halten dann ohne Strom — keine Wärme, kein Stromverbrauch, ausfallsicher.
Welche Spannkräfte erreicht Magnetspanntechnik?
Typische Haltekräfte liegen je nach Werkstück und Magnetsystem zwischen 80 N/cm² (Standard) und über 200 N/cm² (Hochleistungs-Elektropermanent). Eine Spannfläche von 200 × 100 mm entspricht damit ca. 16 kN bis über 40 kN Haltekraft.
Wird das Werkstück durch das Magnetfeld erwärmt?
Bei Permanent- und Elektropermanent-Systemen praktisch nicht. Elektromagnete erzeugen durch die Spule Wärme — das Werkstück kann sich um wenige Grad erwärmen. Für hochpräzise Bearbeitung sind Elektropermanent-Systeme daher die erste Wahl.
Bleiben Werkstücke nach dem Spannen magnetisiert?
Eine schwache Restmagnetisierung ist üblich. SPREITZER-Magnetspannplatten haben eine integrierte Entmagnetisierungsfunktion, die das Werkstück beim Lösen aktiv entmagnetisiert. Für sicherheitskritische Anwendungen empfehlen wir zusätzliche Entmagnetisierer.
Für welche Anwendungen ist Magnetspanntechnik typisch?
Klassisch: Flachschleifen (oberste Wahl), Profilschleifen, Erodieren (EDM), 5-Achs-Fräsen flacher Werkstücke, Drahterodieren, Plattenbearbeitung, Lohnfertigung. Vorteil bei Schleifprozessen: Werkstück lässt sich auch mit dünnster Aufspannhöhe bearbeiten.