Baukasten oder Sondervorrichtung?
| Lösung | Anschaffungskosten | Aufbauzeit | Genauigkeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Mess- und Prüfbaukasten | gering — Standardkomponenten | <1 Stunde | ±0,01 mm | Werkstattprüfung, Erstbemusterung, Variantenprüfung |
| Modulare Erweiterung | mittel — Baukasten + Adapter | wenige Stunden | ±0,01 mm | mittlere Serie, mehrere Varianten desselben Werkstücks |
| Sondervorrichtung | hoch — konstruiert & gefertigt | mehrere Wochen | ±0,001 mm möglich | Großserie, höchste Genauigkeit, 100%-Prüfung |
| Inline-Prüfstand (Sonder) | sehr hoch — komplette Anlage | mehrere Monate | individuell | vollautomatische Prüfung in der Fertigungslinie |
Häufige Fragen zum Mess- und Prüfbaukasten
Was ist ein Mess- und Prüfbaukasten?
Ein Mess- und Prüfbaukasten ist ein modulares Spannsystem für reproduzierbare Werkstückaufnahme in der Qualitätssicherung. Statt einzelner werkstückspezifischer Sondervorrichtungen kombiniert man Standardkomponenten (Grundplatten, Spannpratzen, Anschläge, Messuhrenhalter) zu einer Prüfvorrichtung — schnell aufgebaut, schnell umgerüstet, dauerhaft präzise.
Welche Komponenten gehören dazu?
SPREITZER bietet eine vollständige Baureihe: Grundplatten mit Rasterbohrungen, Spannpratzen und Niederhalter, höhenverstellbare Anschläge, Messuhrenhalter (klassische Messuhren und elektronische Messtaster), Aufnahmeprismen und Sonderkomponenten. Alle Teile sind kombinierbar und dauerhaft präzise.
Welche Vorteile gegenüber einer Sondervorrichtung?
Drei Hauptvorteile: (1) Kostenersparnis — kein einmaliger Konstruktionsaufwand, (2) Flexibilität — gleicher Baukasten für viele Werkstücke umrüstbar, (3) Zeit — Prüfvorrichtung in unter einer Stunde aufgebaut statt mehrwöchiger Entwicklung. Bei sehr großen Stückzahlen pro Werkstück oder höchster Genauigkeit ist die Sondervorrichtung dennoch oft die bessere Wahl.
Welche Werkstücke kann ich damit prüfen?
Praktisch alle: Drehteile, Frästeile, Stanzteile, Schweißbaugruppen, Kunststoffteile, Aluminium- und Stahlbauteile. Der Werkstückbereich reicht vom kleinen Drehteil (~10 mm) bis zu großen Bauteilen (~1000 mm Kantenlänge), abhängig von der Grundplattengröße.
Wie hoch ist die Messgenauigkeit?
Die Wiederholgenauigkeit des Baukastensystems liegt typisch bei ±0,01 mm — limitiert durch die verwendeten Messmittel. Mit hochwertigen elektronischen Messtastern lassen sich Messunsicherheiten unter 1 µm erreichen. Damit ist der Baukasten für die Werkstattprüfung bis hin zur Qualitätssicherung in der Serienfertigung geeignet.
Welche Anwendungen sind typisch?
Eingangs- und Endprüfung in der Lohnfertigung, statistische Prozesskontrolle (SPC), Erstmusterprüfberichte (EMPB) nach VDA/PPAP, Prüfvorrichtungen für 100%-Prüfung in der Serienfertigung, mobile Prüfsysteme für Außendienst und Lieferantenaudits.
Kann SPREITZER Sondervorrichtungen bauen, wenn der Baukasten nicht reicht?
Ja. Wenn das Werkstück sehr komplex ist oder höchste Stückzahlen geprüft werden, konstruiert SPREITZER in Rottweil eine Sonder-Prüfvorrichtung. Diese basiert ebenfalls auf bewährten Komponenten — ist aber werkstückspezifisch ausgelegt. Vom Baukasten zur Sondervorrichtung ist ein stufenloser Übergang möglich.