
Kurz gefasst:
Rundlaufprüfgerät:
Rundlauf und Planlauf direkt an der Maschine kontrollieren und Abweichungen frühzeitig erkennen.
Direkt prüfen:
Das Werkstück unmittelbar in der Fertigung kontrollieren, ohne es zuerst in den Messraum zu bringen.
Früh reagieren:
Abweichungen bereits am ersten Werkstück erkennen und den Fertigungsprozess korrigieren, bevor weitere Teile betroffen sind.
Einfach bedienen:
Die fertigungsnahe Prüfung kann vom Maschinenbediener durchgeführt werden – ohne für jede Kontrolle einen Messtechnikspezialisten einzusetzen.
Kosten reduzieren:
Je früher eine Abweichung erkannt wird, desto weniger Ausschuss und Nacharbeit entstehen.
In der Fertigung ist nicht nur entscheidend, wie genau gemessen wird. Entscheidend ist auch, wann gemessen wird.
Wird das Werkstück erst nach der Bearbeitung mehrerer Teile in einen separaten Messraum gebracht, läuft die Maschine währenddessen weiter. Stellt die Qualitätskontrolle anschließend eine Abweichung fest, können bereits mehrere Werkstücke mit demselben Fehler gefertigt worden sein.
Eine Rundlaufprüfung direkt an der Maschine verkürzt diesen Regelkreis. Das gefertigte Werkstück wird unmittelbar geprüft. Passt der Rundlauf nicht, kann der Bediener reagieren, bevor aus einer Abweichung eine fehlerhafte Serie wird.
Was eine späte Prüfung in der Fertigung kostet
Ein typischer Ablauf: Das erste Werkstück wird gefertigt, weitere Teile folgen. Die Qualitätsprüfung findet separat statt – beispielsweise mit Koordinatenmesstechnik oder in einem zentralen Messraum.
Bis das Ergebnis vorliegt, produziert die Maschine weiter.
Liegt eine Abweichung vor, betrifft das Problem deshalb möglicherweise nicht nur das erste Werkstück. Auch die nachfolgenden Teile müssen geprüft, nachgearbeitet oder im ungünstigsten Fall ausgesondert werden.
Der eigentliche Kostenfaktor ist damit nicht nur der einzelne Messfehler. Es ist die Zeit zwischen Entstehung und Erkennung der Abweichung.
Rundlauf direkt am Arbeitsplatz prüfen
Rundlaufprüfgeräte werden unmittelbar in der Fertigungsumgebung eingesetzt. Das Werkstück muss für die fertigungsbegleitende Kontrolle nicht erst in einen separaten Messraum transportiert werden.
Der Maschinenbediener entnimmt das Werkstück, legt es in das Prüfgerät ein und kontrolliert die relevante Geometrie. Währenddessen kann die Werkzeugmaschine bereits den nächsten Bearbeitungsschritt ausführen.
So entsteht eine kurze Rückkopplung:
Fertigen → Prüfen → Abweichung erkennen → Prozess korrigieren.
Je kürzer dieser Weg ist, desto schneller lässt sich auf Veränderungen im Fertigungsprozess reagieren.
Was lässt sich mit einem Rundlaufprüfgerät kontrollieren?
Rundlauf
Beim Rundlauf wird geprüft, wie stark eine rotationssymmetrische Oberfläche während einer vollständigen Umdrehung gegenüber einer definierten Bezugsachse abweicht.
Die Messuhr tastet die Oberfläche ab, während das Werkstück gedreht wird. Abweichungen werden unmittelbar angezeigt.
Planlauf
Neben dem Rundlauf kann – abhängig von Werkstück, Aufbau und Messaufgabe – auch der Planlauf kontrolliert werden. Dabei wird die axiale Abweichung einer Stirnfläche während der Drehung des Werkstücks erfasst.
Unterschiedliche Werkstückgeometrien
Rundlaufprüfgeräte eignen sich insbesondere für rotationssymmetrische Präzisionsteile wie Wellen, Achsen, Bolzen und vergleichbare Werkstücke.
Entscheidend sind dabei Werkstückabmessungen, Gewicht, erforderliche Messgenauigkeit und die konkrete Prüfaufgabe.
Warum die Prüfung am ersten Werkstück entscheidend ist
Eine Abweichung am ersten Werkstück ist zunächst ein einzelnes Qualitätsproblem. Bleibt sie unentdeckt und die Fertigung läuft weiter, wird daraus ein Serienproblem.
Genau hier liegt der Vorteil der fertigungsnahen Prüfung.
Wird die Abweichung unmittelbar erkannt, kann der Bediener beispielsweise Aufspannung, Werkzeugzustand oder Maschinenparameter überprüfen. Erst danach wird weiterproduziert.
Das reduziert nicht nur Ausschuss. Auch unnötige Nacharbeit, zusätzliche Prüfungen und Unterbrechungen im weiteren Produktionsablauf lassen sich vermeiden.
Muss dafür ein Messtechniker an die Maschine?
Nicht für jede fertigungsbegleitende Kontrolle.
Das Ziel der Rundlaufprüfung direkt in der Fertigung ist eine schnelle und eindeutig interpretierbare Aussage zum Werkstück. Der Maschinenbediener soll erkennen können, ob sich das geprüfte Merkmal innerhalb der vorgegebenen Toleranz befindet.
Die umfassende Qualitätsprüfung im Messraum wird dadurch nicht grundsätzlich ersetzt.
Beide Prüfungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Die fertigungsnahe Messung liefert eine schnelle Rückmeldung zum laufenden Prozess. Umfangreichere messtechnische Prüfungen dienen beispielsweise der detaillierten Analyse und Dokumentation.
Manuell oder motorisiert prüfen?
Manuelle Rundlaufprüfung
Bei manuellen Rundlaufprüfgeräten wird das Werkstück von Hand gedreht. Diese Ausführung eignet sich für flexible Prüfaufgaben und unterschiedliche Werkstücke sowie für Anwendungen, bei denen keine automatisierte Drehbewegung erforderlich ist.
Der einfache Aufbau ermöglicht eine schnelle Kontrolle direkt in der Fertigung.
Motorisierte Rundlaufprüfung
Bei regelmäßig wiederkehrenden Prüfungen kann eine motorisierte Ausführung sinnvoll sein. Die gleichmäßige Drehbewegung erleichtert reproduzierbare Prüfabläufe und reduziert den manuellen Aufwand.
Welche Variante geeignet ist, hängt unter anderem von Werkstück, Prüfmerkmal, Stückzahl und gewünschtem Prüfablauf ab.
Die passenden Rundlaufprüfgeräte für unterschiedliche Prüfaufgaben und Werkstückgrößen finden Sie auch direkt im SPREITZER Online-Shop.
Wann lohnt sich eine fertigungsnahe Rundlaufprüfung?
Besonders relevant ist sie dort, wo Rundlauf- oder Planlaufabweichungen möglichst früh erkannt werden müssen und eine spätere Korrektur hohe Folgekosten verursacht.
Typische Anwendungen finden sich in der Präzisionsfertigung, im Werkzeug- und Maschinenbau sowie bei der Bearbeitung rotationssymmetrischer Bauteile.
Je höher die Stückzahl und je aufwendiger die weitere Bearbeitung eines Werkstücks, desto wichtiger wird eine frühe Qualitätsentscheidung.
Denn ein fehlerhaftes Teil nach dem ersten Bearbeitungsschritt zu erkennen, ist etwas anderes, als denselben Fehler erst nach mehreren weiteren Fertigungsoperationen festzustellen.
Häufige Fragen
Was ist ein Rundlaufprüfgerät?
Ein Rundlaufprüfgerät dient zur Kontrolle von Rundlaufabweichungen an rotationssymmetrischen Werkstücken. Das Werkstück wird definiert aufgenommen und gedreht, während eine Messuhr die Abweichung an der zu prüfenden Oberfläche erfasst.
Kann die Rundlaufprüfung direkt an der Werkzeugmaschine erfolgen?
Ja. Rundlaufprüfgeräte können als separate Prüfstation unmittelbar neben der Werkzeugmaschine eingesetzt werden. Dadurch lässt sich ein Werkstück zeitnah nach der Bearbeitung kontrollieren, ohne es für jede Zwischenprüfung in einen zentralen Messraum zu bringen.
Ersetzt ein Rundlaufprüfgerät die Koordinatenmessmaschine?
Nein. Die Verfahren erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Rundlaufprüfgerät ermöglicht eine schnelle, fertigungsnahe Kontrolle definierter Merkmale. Eine Koordinatenmessmaschine kann dagegen komplexe Geometrien und zahlreiche Merkmale umfassend erfassen und dokumentieren.
Welche Werkstücke können geprüft werden?
Typische Anwendungen sind Wellen, Achsen, Bolzen und andere rotationssymmetrische Präzisionsteile. Welche Ausführung des Prüfgeräts geeignet ist, richtet sich nach Abmessungen, Gewicht, Geometrie und gewünschter Messaufgabe.
Wann ist eine motorisierte Ausführung sinnvoll?
Eine motorisierte Ausführung bietet sich vor allem bei wiederkehrenden Prüfaufgaben an, bei denen eine gleichmäßige Werkstückdrehung und ein reproduzierbarer Prüfablauf gewünscht sind.
Den Fehler erkennen, bevor weitere Teile entstehen
Sie möchten Rundlauf oder Planlauf nicht erst nach der Serie kontrollieren, sondern möglichst direkt im Fertigungsprozess?
Nennen Sie uns Werkstückabmessungen, Gewicht, gewünschte Messaufgabe und Toleranz. Wir unterstützen Sie bei der Auswahl des passenden Rundlaufprüfgeräts für Ihre Anwendung.
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